Waldkauz - Komm Mit (CD-Review)


"Midsummers Night“ eröffnet das Album. Eine lustig beschwingte Gitarre erklingt, Drehleier und Flöte stoßen nach und nach hinzu. Der Song bewegt sich in musikalischen Gefilden zwischen fröhlich und leicht melancholisch. Schon der erste Track lässt das Pagan Herz schneller schlagen.

Ein Intro voll Harmonie leitet den Song „Kuun Valossa“ ein. Leise, langsame Töne wechseln zu schnellen, lauten Melodien. Die Flöte sticht hier besonders hervor und sorgt so für einen abwechslungsreichen Sound. Der instrumentale Teil überwiegt bei diesem Song und wird lediglich durch einige kurze Verse unterbrochen.

Die keltische Gottheit „Cernunnos“ ist Namensgeber dieses Liedes. Die langsame, schleppende Melodie wird hier vor allem vom Zwiegesang männlicher und weiblicher Stimmen getragen.

Der „Tanzgeist“ lädt zum tanzen. Nicht beschwingt oder wild, eher gemächlich sollen die Beine den Rhythmus aufnehmen. Die Melodie ist hier deutlich fröhlicher ohne in übermütige Töne abzudriften.

Mit bezaubernden Flötentönen erklingt „Green Roots“. Flöte, Gitarre und Schlagwerk ziehen hier nach und nach das Tempo an. Und so erwächst langsam das gesamte, vielschichtige Klangspektrum fast so wie aus einem kleinen Setzling eine stramme, hochgewachsene Eiche. Der Gesang erinnert stellenweise an indianisch, mystischen Singsang.

„Emerald Isle“ spiegelt ein weites Spektrum wieder. So verschieden wie die See so ist auch dieser Song. Die Melodie scheint fröhlich, verträumt und melancholisch zu sein – und dies alles zur selben Zeit. Gerade wegen dieser Vielschichtigkeit wird dieser Song, weitab von kommerziellen Pfaden, ein breites Publikum ansprechen können.

Fröhlich und beschwingt feiern wir „Den 111. Geburtstag“ von Bilbo Beutlin. Die Melodie vermag mitzureißen und verführt dazu sein Tanzbein zu schwingen. Genau so stelle ich mir eine Folklore im Auenland vor. Waldkauz gelingt es meiner Meinung nach vortrefflich die Stimmung und die Emotionen einer Geburtstagsfeier musikalisch wiederzugeben.

Ruhiger und wieder mit einem Hauch voll bittersüßer Melancholie erklingen der Wind und die Wellen „Viento Y Onda“. Auch hier ziehen Waldkauz im Verlauf des Liedes das Tempo etwas an, und transportieren so die Stimmung des Hörers für kurze Zeit zu einem etwas düsteren Gemütszustand, und wieder zurück zu einer fröhlicheren Stimmung wenn das Tempo wieder zurückgefahren wird. Ganz wie bei ein Matrose, der es nicht wieder erwarten kann, auf große Fahrt zu gehen.

Die musikalischen Blätter des Herbstes fallen im Song „Laub des Waldes“. Hier bewegen sich Waldkauz wieder in traditionellen Pagan-Klängen. Flöte, Gitarre und Schlagwerk nehmen sich deutlich zurück und die zarten Klänge einer Harfe dominieren diesen klanglichen Herbstwald.

„Ostara“ beginnt mit ruhigen, harmonischen Klängen der Gitarre und leichten Akzenten des Schlagwerks. Die Flöte erklingt und der klagende Gesang nimmt den Hörer mir in ein tiefes emotionales Tal. Doch bleibt dieser in diesem Tal nicht lange gefangen. Das Tempo zieht nach kurzer Zeit an. Fröhlich, flott geht es mit Gesang und Melodie weiter. Eine Berg- und Talfahrt der Gefühle.

Ebenso abwechslungsreich erklingen die „Heiden unserer Zeit“. Erst ruhig dann flott und frei, mit einem Chorus der direkt ins Ohr geht.

„Im Winde“ erzählt von einer tiefen Sehnsucht. Leises Gitarrenspiel, die ruhigen Töne der Flöte und dazu ein Instrument, das gerne auf´s Gemüt drückt; ein Glockenspiel. Doch auch hier zeigt sich die Vielseitigkeit der Band. Denn kurz bevor man von der melancholischen Melodie ins Reich der düsteren Träume gesandt wird, nimmt auch dieser Song an Fahrt auf.

Teils melancholisch ruhig, teils fröhlich und flott. Mal etwas zum Nachdenken oder einfach mal die Seele schweifen lassen. Waldkauz haben mit „Komm mit“ ein herausragendes Debütalbum erschaffen, welches nicht nur bei Pagan-Fans Anklang finden sollte. Abwechslungsreiche,  handgemachte Musik -  hundert Prozent ehrlich und authentisch.

  


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 Text: T. Bethge / Foto by Waldkauz